Stuhltransplantation

Die Stuhltransplantation stellt ein neuartiges therapeutisches Verfahren dar. Sollte bei einer stark geschädigten Darmflora (Mikrobiom) die Therapie mit Probiotika und Präbiotika nicht zum Erfolg führen kann mit einer Stuhltransplantation ein normales Mikrobiom in seiner Gesamtheit wieder aufgebaut werden.

Dieses Verfahren ist natürlich auch gleichzeitig oder primär möglich. Weltweit wurden bisher etwa 2000 Patienten mit diesem Verfahren behandelt. Es ist zu vermuten, dass es mit dieser Methode möglich wird, viele chronische Erkrankungen im weiteren Lebensverlauf in ihrer Entstehung zu verhindern und bereits vorhandene chronische Erkrankungen, die bisher als unheilbar galten, mit Erfolg ursächlich zu behandeln. Dazu gehören die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Darmkrebs, Morbus Alzheimer, Adipositas, Diabetes mellitus, Reizdarm, Arthritis, Leaky-Gut-Syndrom, antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen, Autismus, u. a. Im Zusammenhang mit der Stuhltransplantation arbeiten wir eng mit der Biovis - Diagnostik MVZ GmbH in Limburg Offheim zusammen, welche besonders auf dem Gebiet der Mikrobiomuntersuchung für die Therapie und Spendersuche ein erfahrener und kompetenter Partner ist .

Weitere Informationen zu Biovis finden Sie hier: www.biovis-diagnostik.eu/index.php?lang=DE

Wie erfolgt die Stuhltransplantation?

Der Spenderstuhl kann grundsätzlich auf 2 verschiedenen Wegen appliziert werden.

a) im Rahmen einer Magenspiegelung oder
b) im Rahmen einer Coloskopie.

In unserer Praxis geben wir dem coloskopischen Verfahren den Vorzug.

Risiken einer Stuhltransplantation

Das Hauptrisiko der Stuhltransplantation liegt auf Grund des verwendeten biologischen Fremdmaterials in der Übertragung infektiöser Erreger. Um dieses Risiko zu minimieren, wird bisher in den meisten Fällen ein Stuhlspender aus dem unmittelbaren Familienumfeld gewählt. Vor der Transplantation werden beim Spender umfangreiche serologische (Blut) und Stuhluntersuchungen auf potenziell übertragbare Erkrankungen (Virushepatitiden, HIV, Syphilis und insb. darmpathogene Keime, Parasiten u. a.) veranlasst. Allgemein empfohlen wird hierzu ein risikoadaptiertes Screening um die Kosten individuell zu senken.

Trotz des Fremdtransfers scheint auf der Grundlage der bisherigen Daten die Stuhltransplantation ein relativ sicheres Verfahren zu sein. Infektiöse Komplikationen können durch das Spenderscreening offensichtlich effektiv verhindert werden. Auch bei immunsuprimierten Patienten ist ein Mikrobiom-Transfer nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung ohne erhöhtes Infektionsrisiko durchführbar.