Moderne Stuhltransplantation / Mikrobiom-Therapie in Leipzig

In meiner Privatpraxis in Leipzig führe ich seit vielen Jahren Stuhltransplantationen durch, vorrangig im Rahmen einer Darmspiegelung. Die Stuhltransplantation hat in Deutschland noch immer den Status eines individuellen Heilversuches und wird nicht von den Krankenkassen finanziert. Bei einer Infektion mit akut lebensgefährlichen Clostridium difficile Bakterien (difficile Infektionen) können über 90% der Patienten durch eine Stuhltransplantation geheilt werden. Das Bakterium findet sich im Darm des Menschen und kann in den Vordergrund treten, wenn die empfindliche Darmflora (Mikrobiom) z.B. durch die Einnahme von Antibiotika geschädigt wird. Die erste kontrollierte Studie zur Therapie wurde von E. van Nood 2013 im Journal The New England Journal of Medicine veröffentlicht.  Obwohl die Stuhltransplantation von der Schulmedizin bereits seit etwa 2003 regelmäßig durchgeführt wird, stellt sie immer noch ein relativ neuartiges therapeutisches Verfahren dar. Die Therapie wird jedoch regelmäßig weiter beobachtet und untersucht. Auf dieser Seite erkläre ich Ihnen den genauen Ablauf.

Was ist eine Stuhltransplantation?

Bei einer Stuhltransplantation wird eine gesunde Artenvielfalt an Bakterien aus dem Stuhl eines gesunden Spenders in die geschädigte Darmflora (Mikrobiom) des Patienten verpflanzt. Sie erfolgt mit der Hoffnung, dass vorhandene Lücken im Mikrobiom des Empfängers wieder geschlossen werden. Besonders, wenn vorherige Therapien wie z.B. die Einnahme von Probiotika und Präbiotika nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, kann eine Stuhltransplantation sinnvoll sein. Im Gegensatz zu Probiotika wird mit der Stuhltransplantation eine komplett kooperierende und handlungsfähige Einheit (Mikrobiom) eingesetzt, welche bereits auf den Darmstoffwechsel und damit auf den Wirt eingestellt ist.

Wie wird eine Stuhltransplantation durchgeführt?

Es ist möglich, den Stuhlspender aus dem unmittelbaren Familienumfeld zu wählen. Dazu suchen wir einen Angehörigen, der möglichst schlank ist, selten oder nie Antibiotika eingenommen hat und auch sonst gesund ist. Das ideale Mikrobiom enthält eine möglichst hohe Artenvielfalt, ist reich an dem Bakterium Akkermansia muciniphila, welches die Darmbarriere stabilisiert, reich an Butyratbildnern, welche die Schleimhautzellen ernähren und enthält keine  Krankheitserreger. Gerade bei der Suche nach einem idealen Spender wird ersichtlich, dass es kaum noch Menschen mit einer gesunden Darmflora gibt. Die meisten Menschen haben in ihrem Leben schon Antibiotika eingenommen oder haben bereits von ihrer Mutter im Geburtskanal eine geschädigte Darmflora übernommen. Sollte sich im Familienumkreis kein geeigneter Spender finden, kann auf einen Fremdspender zurückgegriffen werden. Der Spenderstuhl wird allumfassend untersucht, verflüssigt, zu einer Suspension verarbeitet und gefiltert. Bei der Spendersuspension handelt es sich letztendlich um eine fast klare Flüssigkeit. Das Spendermikrobiom wird während einer Koloskopie (Darmspiegelung) in den Darm des Empfängers eingesetzt. Für den Empfänger ist die Transplantation unkompliziert. Seltener kann eine Übertragung des Mikrobioms auch über ein Gastroskop in den oberen Zwölffingerdarm erfolgen. 

Welche Risiken gibt es bei einer Stuhltransplantation?

Das Hauptrisiko der Stuhltransplantation liegt aufgrund des verwendeten biologischen Fremdmaterials in der Übertragung infektiöser Erreger.  Besonders multiresistente Bakterien stellen ein hohes Risiko dar. Deshalb werden vor der Stuhltransplantation umfangreiche Blut- und Stuhluntersuchungen nach den Richtlinien des Bundesinstituts für Arzneimittel Medizinprodukte (BfArM) beim Spender durchgeführt. Trotz des Fremdtransfers scheint damit die Stuhltransplantation auf Grundlage der bisherigen Daten ein sicheres Verfahren zu sein.

Zusammenhänge zwischen chronischen Krankheiten und einer geschädigten Darmflora 

Chronische Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einer geschädigten Darmflora stehen sollen, sind u.a.:

  • die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Lupus erythematodes
  • Darmkrebs
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Diabetes mellitus
  • Reizdarmsyndrom (RDS)
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliaki)
  • Arthritis, rheumatische Erkrankungen
  • Leaky-Gut-Syndrom
  • antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen
  • Clostridium difficile Infektionen
  • neurologische Erkrankungen z.B. Multiple Sklerose, Parkinson, Morbus Alzheimer (Demenz), Autismus
  • chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Allergien
  • Asthma
  • Neurodermitis 
  • Autoimmunerkrankungen, z.B. Hashimoto Thyreoidites
  • Immunthrombozytopenie (ITP)

Ein Fallbericht zur Stuhltransplantation

Fallbericht aus der Praxis prof. asoc. inv. Dr. med. Hartmut Köppen über eine Stuhltransplantation bei einem Patienten mit Morbus Crohn:

Berichtet wird über einen 40-jährigen Patienten, der bis zu seiner Erkrankung an einem ausgeprägten Morbus Crohn vor ca. fünf Jahren noch Spitzensportler war. Als der Patient sich vorstellte, war er bereits seit einem Jahr, trotz umfassender schulmedizinischer Therapie, wegen allgemeiner Hinfälligkeit invalidisiert worden und in einem ausgemergeltem Körperzustand. Nach der Untersuchung seines Darmmikrobioms und des Mikrobioms seines familiären Umfelds entschlossen wir uns zu einer Stuhltransplantation. Seine Tochter war die Spenderin. Bereits drei Tage nach der Stuhltransplantation ging es ihm körperlich besser. Nach nur einer Woche waren seine blutigen Durchfälle verschwunden. Etwa vier Wochen später hatte der Patient zehn Kilogramm an Körpergewicht zugenommen und wieder sein normales Körpergewicht erreicht. Es geht ihm seitdem körperlich blendend und er hatte wieder begonnen zu joggen. In seinem aktuellen Mikrobiom sind jetzt seit über drei Jahren wieder alle wichtigen Butyratbildner nachweisbar, darunter Eubacterium rectale und hallii, welche für die Umwandlung von Acetat und Butyrat unabdingbar sind und die zuvor verschwunden waren. Auffällig ist ein deutlicher Anstieg der Bakterien Coprococcus und Akkermansia muciniphila. Die Entzündungszeichen sind zurückgegangen. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei diesem Patient die Stuhltransplantation zu einer erheblichen Verbesserung des körperlichen Zustands geführt hat. Die Medikamenteneinnahme konnte reduziert werden. Unterstützend erhält der Patient weiterhin Präbiotika (Akazienfasern), um die Butyratbildner weiter zu stabilisieren und zu vermehren.

Stuhltransplantation in Leipzig

Wenn Sie Interesse an der Stuhltransplantation haben und annehmen, dass es für Sie die geeignete Therapie sein könnte, nehmen Sie bitte Verbindung mit uns auf. Herr prof. asoc. inv. Dr. med. H. Köppen wird Sie beraten und alle erforderlichen Abläufe organisieren. Ob Sie für eine Stuhltransplantation in Frage kommen, wer Ihr Spender sein könnte und welcher Erfolg zu erwarten ist, wird dann individuell mit Ihnen besprochen.

Sie erhalten eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Genaueres regelt die Honorarvereinbarung, die Sie vor der Durchführung der Behandlung mit uns abschließen. Die Kosten werden Ihnen in der Honorarvereinbarung gesondert erläutert und aufgeschlüsselt.

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