Stuhltransplantation

Die Stuhltransplantation stellt ein relativ neuartiges therapeutisches Verfahren dar. Der Zusammenhang zwischen einer geschädigten Darmflora und vielen chronischen Erkrankungen ist heute bewiesen. Sollte bei einer zu sehr stark geschädigten Darmflora (Mikrobiom) die Therapie mit Probiotika und Präbiotika nicht zum Erfolg führen kann mit einer Stuhltransplantation ein normales Mikrobiom in seiner gesamten Artenvielfalt wieder aufgebaut werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das auch längere Zeit nach einer Stuhltransplantation die damit wieder aufgebaute Artenvielfalt stabil bleibt.

Gerade wenn man aber einen idealen Spender sucht wird ersichtlich das es kaum noch Menschen mit einer gesunden Darmflora gibt. Die meisten Menschen haben in ihrem Leben schon Antibiotika eingenommen. Oder sie haben bereits von ihrer Mutter im Geburtskanal eine geschädigte Darmflora bekommen. Menschen welche mit einem Kaiserschnitt zur Welt kamen, haben ebenfalls Defizite. Bei ihnen entwicklelt sich im Darm eine gewisse Hautflora, da sie nicht durch den Geburtskanal gegangen sind. Ich glaube, dass es mit der Stuhltransplantation möglich ist viele chronische Erkrankungen im weiteren Lebensverlauf in ihrer Entstehung zu verhindern und bereits vorhandene chronische Erkrankungen, die bisher als nur schwer oder nicht behandelbar galten, mit Erfolg ursächlich zu behandeln oder ihnen vorzubeugen.

Dazu gehören:

- die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
- akute Clostridieninfektion
- Darmentzündung
- Darmkrebs
- Morbus Alzheimer
- Adipositas
- Diabetes mellitus
- Reizdarm
- Arthritis, rheumatische Erkrankungen
- Leaky-Gut-Syndrom
- antibiotika-assoziierte Durchfallerkrankungen
- Autismus
- neurologische Erkrankungen z.B. MS
- Vergesslichkeit, Morbus Alzheimer (Demenz)
- Allergien
- Asthma
- Neurodermitis u.a.
- Autoimmunerkrankungen z.B. Hashimoto Thyreoidites

Wie erfolgt die Stuhltransplantation?

In den meisten Fällen wird ein Stuhlspender aus dem unmittelbaren Familienumfeld gewählt. Dazu suchen wir einen Angehörigen, der möglichst schlank ist, selten Antibiotika eingenommen hat und gesund ist. Der Spender sollte mindesten 3 Monate vor der Spende kein Antibiotikum erhalten haben. Sollte sich in diesem Rahmen kein geeigneter Spender finden lassen, kann auf einen Spender mit besonders gutem Mikrobiom, welcher z.B. mit hoher Artenvielfalt und weiteren wichtigen Parametern ausgestattet ist, zurück gegriffen werden. Vor der Transplantation werden zur Sicherheit beim Spender umfangreiche Blut und Stuhluntersuchungen druchgeführt.
Trotz des Fremdtransfers scheint auf der Grundlage der bisherigen Daten die Stuhltransplantation ein sicheres Verfahren zu sein. Deshalb ist sie auch bei immunsuprimierten (abwehrgeschwächten) Patienten ohne erhöhtes Infektionsrisiko durchführbar.
Das Spendermikrobiom wird in den gesäuberten Darm des Empfängers appliziert. Zusätzlich kann auch eine Applikation in den oberen Zwöffingerdarm erfolgen, was die Effektivität verbessern soll.

Die Darmflora des Patienten baut sich dadurch völlig neu auf. Dabei liegt die Erfolgsrate bei der Bekämpfung z.B einer Clostridien-Infektion bei fast 90 Prozent. Im Zusammenhang mit der Stuhltransplantation arbeiten wir eng mit der Biovis - Diagnostik MVZ GmbH in Limburg Offheim zusammen, welche besonders auf dem Gebiet der Mikrobiomuntersuchung für die Therapie und Spendersuche ein erfahrener und kompetenter Partner ist .

Weitere Informationen zu Biovis finden Sie hier: www.biovis-diagnostik.eu/index.php?lang=DE

Einige Billionen Bakterien leben in unserem menschlichen Darm und es sind mehrere hundert verschiedene Bakterienstämme, welche in Symbiose mit uns leben. Sie und auch alle anderen hilfreichen Bakterien, welche in und auf uns leben bilden das sogenannte Mikrobiom, welches eine 2 kg schwere Masse ergibt. Wie sich unser Mikrobiom zusammensetzt ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören Ernährung, Medikamenteeinnahmen, aber besonders auch die Qualität des von der Mutter auf das Baby übertragene Mikrobioms. Dies geschieht während des Geburtsvorganges und mit Hilfe der Muttermilch, welche Bestandteile hat, die das Wachstum der gewünschten Bakterien unterstützt. Wenn ein Kind durch einen Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt, hat es leider eine eingeschränkte Mikrobiomübertragung. Aber auch insbesondere Antibiotika haben einen schädlichen Einfluss das Mikrobiom, denn die eigentlich gewünschte antibakterielle Wirkung zerstört auch die "guten Bakterien". Aber auch andere Medikamente wie z.B. Magensäurehemmer und bestimmte Erkrankungen können im ungünstigen Fall eine Infektion mit gefährlichen Bakterien wie z.B. dem Clostridium difficile auslösen, das sich im Darm massenhaft ausbreiten und schwierige Entzündungen hervorrufen kann (z.B. pseudomembranöse Colitis). Lang anhaltende Durchfälle, die man kaum in den Griff bekommt und die für ältere oderimmungeschwächte Patienten lebensgefährlich werden können. Antibiotikagaben können hier oft nicht mehr helfen, da Clostridien Sporen entwickeln, die sich ständig neu ausbilden. Auch eine Therapie mit Probiotika ist hier oft wirkungslos, da da diese Produkte im Vergleich zum Mikrobiomspende vergleichsweise wenig Bakterien enthalten und diese auch noch durch die Magenpassage dezimiert werden.

Stuhltransplantation kann Leben retten
Experten empfehlen als letze Rettung bei einer gefährlichen Clostridien-Infektion eine Mikrobiomtherapie mit einer Stuhlübertragung/Stuhlspende. Das Mikrobiom eines anderen Menschen übertragen zu bekommen, welches aus Stuhl gewonnen wird, klingt vielleicht ungewöhnlich, kann aber lebensrettend sein. Die Stuhltransplantation kann die gefährlichen Bakterien bekämpfen, gegen die herkömmliche Medikamente wirkungslos sind.


Organisatorisches für den Patienten


Wenn Sie Interesse an der Stuhltransplantation haben und annehmen, dass es für Sie die geeignete Therapie sein könnte, nehmen Sie Verbindung mit uns auf.
Prof. asoc. Dr. med. H. Köppen wird Sie beraten und alle erforderlichen Abläufe mit seinem Team organisieren. Ob Sie für eine Stuhltransplantation in Frage kommen, wer Ihr Spender sein könnte und welcher Erfolg zu erwarten ist, wird dann individuell mit Ihnen abgesprochen.
Rufen Sie uns jetzt unter 0341-55015656 an
oder schreiben Sie eine Email an kontakt@praxiszentrum-leipzig.de, um einen Termin zu vereinbaren.